Es geht nicht um Science-Fiction, sondern um die Lage heute: Öffentlich verfügbare KI-Modelle sind in der Hand von Angreifern. Dieselben Werkzeuge, die produktiv eingesetzt werden, beschleunigen auch Angriffe entlang der gesamten Angriffskette.
„Die neue Generation von KI-Modellen ist in der Lage, automatisiert Schwachstellen zu identifizieren und per Knopfdruck auszunutzen.”
Claudia Plattner, BSI-Präsidentin, BSI-Magazin 2026/01
„KI-Systeme können mittlerweile Aufgaben übernehmen, für die früher erfahrene Experten nötig waren.”
Fred Heiding, Sicherheitsforscher, Harvard University
Die Bedrohungslage
KI beschleunigt jede Station der Angriffskette:
Zielprofile aus öffentlichen Quellen, automatisiert und vollständig.
Modelle analysieren fremden Code und finden auch lange übersehene Lücken.
Vom CVE zum funktionierenden Exploit per Knopfdruck, ohne Spezialteam.
Polymorph auf Knopfdruck: jede Auslieferung ein Unikat.
Fehlerfreie, personalisierte Phishing-Kampagnen in jeder Sprache.
Stimme, Bild und Video, täuschend echt, live im Meeting.
Mehrstufige Angriffe, teilautonom und parallel auf hunderte Ziele skaliert.
KI-Assistenten und -Agenten werden selbst zur Angriffsfläche, etwa per Prompt Injection. KI-Systeme prüfen und absichern.
Mehr Angreifer, mehr Angriffe pro Angreifer
Profis skalieren mit teilautonomen Agenten: Ein Operator betreut nicht mehr ein Ziel, sondern hunderte parallel. Gleichzeitig fällt die Einstiegshürde, wer gestern Skripte kopierte, fährt heute Kampagnen auf zuvor professionellem Niveau. Die Angriffe werden nicht raffinierter. Es gibt schlicht mehr Akteure, die mehr Ziele schneller angreifen.
Risiko ist Wahrscheinlichkeit mal Schaden. Wenn Aufwand und Kosten pro Angriff sinken, steigt die Eintrittswahrscheinlichkeit, und mit ihr das Risiko. Die Lücke, die drei Jahre niemand ausgenutzt hat, wird jetzt gefunden. Aufgeschobene Hausaufgaben sind jetzt fällig.
KI in der Verteidigung: notwendig, aber nicht ausreichend
Defensive KI ist sinnvoll: Mustererkennung, Priorisierung und schnellere Reaktion. Gegen voll automatisierte Angriffe bleibt sie aber symmetrisch, KI gegen KI, ein Wettrennen ohne Vorsprung.
Den Unterschied macht der Mensch. Der ernsthafte Gegner ist nicht voll automatisiert: Ein Mensch führt, die KI skaliert. Kreativität und Kontext schlagen jede reine Automatik, und das Gleichgewicht kippt zum Angreifer.
Gegen einen Menschen, der KI führt, hilft kein Produkt aus dem Regal, sondern nur eine vorbereitete Organisation.
Womit Sie sofort anfangen können
Kein „KI-powered” Wundertool, sondern Prozesse mit klarer Zuständigkeit. Sechs Schritte, die sich bewährt haben:
1. Ist-Zustand ermitteln und Basics umsetzen
Erst wissen, wo Sie stehen, dann gezielt handeln: Patch-Fenster verkürzen, MFA überall, Härtung, getestete Backups. Den Ausgangspunkt liefert der kostenfreie CyberRisikoCheck, die vom BSI entwickelte Standortbestimmung nach DIN SPEC 27076. Zwei Stunden Aufwand, ein ausgewerteter Bericht mit priorisierten Maßnahmen, keine Verpflichtung.
2. Angriffsfläche reduzieren
Inventar, Exposition, Schatten-IT. Was Sie nicht kennen, können Sie nicht patchen.
3. ISMS aufbauen und leben
Risiken systematisch steuern statt Brände zu löschen. Unter NIS-2 für viele ohnehin Pflicht. Zum ISMS-Aufbau.
4. Den Ernstfall üben
Ein Business-Continuity-Management, geübt, bevor es brennt.
5. Eigene KI-Nutzung regeln
Governance, Least Privilege, Protokollierung und menschliche Freigaben.
6. Wirksamkeit prüfen lassen
Regelmäßige Penetrationstests und Angriffssimulationen, KI-gestützt wie beim Angreifer. Für Ihre eigenen KI-Anwendungen: KI-Penetrationstests.
Die Angreifer sind schneller geworden. Werden Sie es auch. Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Sicherheit auf die neue Lage auszurichten und ihre Wirksamkeit nachzuweisen.
